Two worlds. // A Tale of Two Cities. Part III

Swansea, Stadt an einem hufeisenförmigen Strand, der Richtung Cornwall und Amerika blickt. Bergbaustadt, Hafenstadt. Es scheint doch unangemessen anmaßend einer Stadt nach nur zwei Tagen und zwei ausgedehnten Spaziergängen einen Stempel aufdrücken zu wollen. Aber ich habe ganz am Anfang geschrieben, dass Swansea wunderschön sei, wenn man dem Imageclip glaubt.

Na dann, alles aus Position: Die Promenade, die Marina, das kleinste höchste Hochhaus der Welt, die Mauerbruchteile namens „Stadtschloß“, Film ab:

Swansea ist eine alte Bergbaustadt, die sich in die Hügel gekuschelt hat, um in Ruhe aufs Meer zu gucken. Voller steiler Straßen, nicht-asphaltierter Gassen und bizarrer Balkons. Voller Treppen und Torbögen ins Nichts.

Voller harter Gegensätze, Lieblichkeit und Roughness.

Die Einen grummeln und lassen ganze Straßenzüge verfallen.

Die Anderen strahlen vor Herzlichkeit, verschenken Cadbury und bauen ihre Buchhandlungen in alte Theater.

Das Meer ist ein grauer schlecht gelaunter Nachbar, der mit Macht gegen die Betonwände kracht.

Das Meer ist eine strahlend blaue Kulisse und beruhigt wie ein schlafender Bernhadiner auf der Couch.

Bis jetzt kann ich nur stumm staunen. Treuepunkte in meinem Nachbar-Coffee-Shop sammeln. In Anglerleinen stolpern, weil ich rückwärts gehend mit meiner Kamera beschäftigt bin.

„Two Worlds“ hieß die Serie mal, weil sie auf dem Festland begann und auf der Insel enden sollte. Aber der Titel passt ideal zu Swansea, meiner kleinen maritimen Stadt in den Bergen, die gar nicht wegen Tschaikowski so heißt. Sondern wegen irgendwas Walisischem, das aus vielen Ys besteht und wahrscheinlich „wo die Sonne die Klippen trifft um besonders gutes Bier zu bringen“ bedeutet.

Morgen geht es auf dem Campus und Sonntag hoch auf die Klippen rund um die Gower Peninsula – der erste Steinhaufen Britanniens, der zur “Area of Outstanding Beauty” erklärt wurde. Großer Fotostory-Alert!

 

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