Tokyo, Werwolves and Vampire Weekend.

Ihr feiert den komischen Einheitstag, mein kleiner großer Bruder Geburtstag und über Wales scheint noch mal die knallige Herbstsonne. Es war ein langes und buntes Wochenende, mit einer Bergwanderung, einem Theatertreffen (but more on that later), einer Partynacht und einem Soul Food & Kitchen-Abend.

Nach stundenlangen gemeinsamen interkulturellen Putztreffen im Gruselkabinett  attestierten die Bewohnerinnen von 20 Langland Terrace der Küche eine grundsätzliche Benutzbarkeit (ich erinnere an die Schnecken-Champignonspfanne…).

Zu fünft drückten wir uns sehr erfolgreich auf fünf Quadratmetern umeinander herum, immer auf der Hut, den empfindlichen Rauchmelder nicht zu verärgern – bis schließlich ein wildes internationales Buffet auf dem Tisch stand,  proudly provided by your local tesco.

Mit mir Tisch saßen: Melissa: Französin, Photographin, Anglistikstudentin. Kelly, Jessica, Ada: Die Bejing-Girls, unzertrennlich und angehende Übersetzerinnen. Aus Sorge, dass eine der vier die Blogbeiträge mit zweifelhaften Ergebnissen durch den Google Translator jagen könnte, bin ich mit viel Fingerspitzengefühl euphorisch über die Wohnsituation.

Alles könnte etwas lockerer, herzlicher, familiärer, irgendwie rheinländisch/walisischer sein.

Bedenkt man aber, dass wir in verschiedenen Zeitzonen rumhingen, unserem Vermieter eine Anfrage geschickt haben und durch Lotterie-Zufälle zusammen im Haus gelandet sind, ist es schon okay. Ich hätte ja auch Deutsche abbekommen können, um Himmels willen.

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Nein, es gab Wein, Bier und lustige Geschichten über Asian Blush. Über die Feindschaft zwischen Lyon und St. Etienne. Über chinesische Studentenwohnheime (6 Leute, Stockbetten, Strom ist rationiert… jemand Bock auf Erasmus?) und Radiosender namens Beijing Blues, die nach sechs Uhr konsequent nur noch Jazz spielen (wäre das nicht ein toller Name für eine Indieband?). Über Musik, Tattoos, Uni und Zukünfte.

Immer wieder verwunderlich ist auch, dass Menschen auf der ganzen Welt mit Harry Potter aufgewachsen sind und dass es meistens dieselben sind, die jetzt die Tage bis zur neuen Sherlock-Staffel zählen. Dass ich bis jetzt noch niemanden getroffen habe, dessen Kindheit nicht mindestens partiell in Boyhood portraitiert wurde. Dass es Songs gibt, die die ganze Welt kennt.

Ich habe einen Berg von Flyern zum Thema Culture Shock genutzt, um meinen kippeligen Schreibtisch zu stabilisieren. Vielleicht klettert der Kulturschock noch aus dem Kamin, während ich mit Ada Dumplings fülle. Aber ehrlich gesagt habe ich mich in Baden-Baden entfremdeter gefühlt, als in dieser herzlichen Stadt am Saum Großbritanniens.

…und, weil ich mich ja bitterlich über das Wetter beschwerte – Hausaufgaben und ich:

 

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