You’re a big girl now. // Bob Dylan Week.

Jetzt sind es sogar schon drei kulinarische Posts aus #lovelyswansea. Einer zum internationalen Fingerfoodevent mit der Hausgesellschaft – einer zum Nörgeln – und dieser. Bald folgen Seminargeschichten, eine kurze Geschichte der Public Relations im 20. Jahrhundert und Liveticker von der Probebühne der Drama Society. Aber heute gibt es Essen. Um genauer zu sein: Einen fünfstündigen Kochexzess. Um die nächsten zwei Wochen nicht kochen oder übers Kochen nachdenken zu müssen, war ich heute mal besonders erwachsen.

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In der Dimension von vorgeplanten Mahlzeiten. Wir reden von vorbereiteten Sandwiches und Frühstückssets, tiefgekühlte Tupperdosen und 5/5-Zielen: UKs Gesundheitsbehörden sind ehrgeizig dabei, fünf Gemüse-Obst Einheiten pro Tag zu promoten. Five apples a day keep your government happy.

Dabei liefen 10 Folgen Welcome to Night Vale – der coolste, schrägste und liebevollste Podcast, der mir je begegnet ist: „All hail the might glow cloud!“

Vielleicht ist das Arbeitspensum oder der Herbst oder die Hormone. Jedenfalls hatte ich das dringliche hausfrauliche Bedürfnis, Gemüseberge in deliziöse Menüoptionen zu verwandeln. Be your own Uni DUE-Mensa – Im Zweifel für den Zweifel und für die Kürbissuppe.

Apropos: Erstes, hoffentlich diverse Abende verfeinernde Gericht war die Orangen-Kürbissuppe von littlenecklessmonster_food

Unwiderstehlich, wie da im WordPress-Reader plötzlich eine Fotoserie auftauchte, die Wärme-Vitamine-Wolldecken-Abendessen versprach.

Die Zwiebeln und die Gemüsebrühe habe ich, for old times sake, meinen Mitbewohnerinnen geklaut und einen Klecks Kokos-Zitronengras-Mischung  aus Neugierde reingemischt.

Abgesehen davon, dass mir zu spät auffiel, dass unserer 70er Jahre Sperrholz-Shabby-not-really-chic Küche ein Pürierstab fehlt und dieser Mangel das Prozedere der Suppenproduktion doch dezent verkomplizierte – war es all das Fluchen über Kürbisse als Scherz der Natur definitiv wert. Vier Tupperdosen voll orangenem Suppengück warten jetzt im Eisfach und ich habe damit vier Abend ohne pampiges Müsli!

Die zweite größere Produktion war das, laut BBC, beliebteste vegetarische Curry des Königreichs. Mann, würde ich da gern ein Praktikum machen, nur um solche Statistiken für genervte Redakteure zusammenrecherchieren zu dürfen. Egal, es ist bizarr einfach: Zwiebeln, Paprika, Tomaten, Chilli, allerhand Gewürze und indischer Paneer-Käse kleingeschnitten, angebraten, aufgekocht. Riecht grandios, schmeckt in der Probierportion grandiosester.

Noch mehr Essensprahlerei?

Paprkia-Süßkartoffelpfanne. Zuchini-Möhren-Nudeln. Gebratener Reis mit Eiern und Frühlingszwiebeln. Pfannkuchen, nach dem allersimpelsten, besten Rezept und auch dem ersten, das ich je gelernt habe, aber niemals akkurat erklären könnte…(1 Ei + eine gefühlt richtige Dosis Mehl + ein Schluck Milch,… Merci, Mama!).

Ansonsten wurden ausreichend Sandwiches (Hummus mit Spinat und Radieschen auf Vollkorntoast ) für sechs Mittagspausen produziert. Hätte ich doch nur Zeit und Instagramfilter zur Hand, jeden Tag liebevolle Lunchboxes zu fotografieren. Die Bilder würden krümelige Papiertüten zeigen, die man auf den Bänken vor der Singleton Abbey aufreißt, während ein kleines bisschen Herbstsonne runterscheint. Oder krümelige Papiertüten im kleinen Bibliothekskaffee, eine hektisch Latein-Vokabeln lernende Londonerin am linken Bildrand.

Fünf Stunden Erwachsensein ergeben also zwei Wochen sorglose Abende, an denen es nur zwischen Lakritztee und Root Beer zu entscheiden gilt. Meine Fingerkuppen riechen wahrscheinlich für immer nach Ingwer und ich habe nur drei Blogposts gebraucht um gegen das kulinarische Defizit anzukochen. Enden wir also einfach mi einem wunderschönen Song, mit offiziellem Stempel aus Oslo.

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