Jogging with the wolves. // Seaside.

Ich werde jetzt niemandem, der es nicht eh schon weiß oder abstreitet, erklären, dass Gilmore Girls eine grandiose, intelligente und charmante Serie ist. Dafür bleiben wir alle viel zu gern in unseren am Anfang der 20er gebildeten Geschmacksblaupausen.

 

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Was normalerweise nicht in mein Lebenskonzept passt: Sport. Oder, wie Lorelai G. es ausdrückte: „I’m not a hamster, enjoying myself running in circles.“.

Mir fehlten bisher zwei drei essentielle Charaktereigenschaften, um mich für unkoordiniertes, hechelndes Umherrennen zu begeistern. Eine kurze der Liste der Contra-Argumente:

  1. Mir stehen keine Sportsachen. Meistens betonen sie die Tatsache, dass ich sie sehr selten trage.
  2. Keinerlei Kondition.
  3. Regen, Hitze, Kälte, relative Entfernung zu akzeptabler Joggingstrecke.
  4. Meh, just like, whatever.

Aber es gibt zur Zweit zwei treibende Kräfte, die mein physisches Desinteresse tatsächlich dazu bewegen, schlammige Sportschuhe anzuziehen und auch bei Nieselregen zu joggen:

Küste&Zombies.

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Ersteres ist so eine Swansea-spezifische Angelegenheit. Es gibt einen zehn Kilometer langen Küstenpfad zwischen der Innenstadt und dem Fischerdorf Mumbles. Man blickt auf Sand, die alte Stadtmauer, die schrägen Gemäuer und die Fußgängerbrücken und läuft streckenweise durch dichten Wald, der plötzlich aufbricht und ganze Bucht hinter der Kurve versteckt hielt. Man trifft nur Radfahrer oder ähnlich unsportliche Studenten, keine marathontrainierenden Detox-Schönheiten. Die Luft ist klar, salzig, weiß. Und selbst wenn die Puste komplett ausgeht fühlt man sich immer noch gut, in Sportsachen auf keuchend in die Wolken zu schauen und zu gucken, wo das Meer gegen sie knallt. Das ist eine komplett Jack-Wolfskin-freie Form von staunender Natur-Ästhetik, die mir zuhause bisher nie untergekommen ist.

Ach ja, und dann sind da noch die Zombies. Das soll nicht nach schäbiger (und vollkommen unbezahlter Werbung klingen) aber es gibt eine App, die ich ungelogen jedem empfohlen habe, der*die sagt, dass Joggen so viel Überwindung und Motivation kostet.

Und zwar: Zombies, Run!

Eine durchgeknallte Mischung aus Fitnesstracker, Podcast und Onlinegame, das mich in der ersten Folge aus einem Helikopter über einem apokalyptischen Zombie-Wasteland geworfen hat.

Zu Beginn jeder Folge, großartig für entspanntes Aufwärmen, wird eine neue Episode gar grausiger Geschichten aus dem Basiscamp der Zombie-Gegner erzählt. Über Funk bekommt der Jogger Anweisung, Geplänkel und Informationen aus dem alten Sendezentrum der zerstörten Stadt ins Ohr erzählt, beim Joggen läuft weitestgehend die eigene Musik (in meinem Fall schrammeliger Collegerock). Bis sich die Kontrollstation dazu schaltet um dir mitzuteilen, dass sie auf dem Radar eine Horde Zombies entdeckt haben, die dich verfolgen. Und plötzlich keucht und röchelt es in deinen Ohren, umso lauter, je langsamer du wirst.

Alle paar Minuten gibt es so einen Herzkasper-Marathon. Die restliche Zeit über ist es einfach nur ein absurder, trockenhumoriger und tatsächlich spannender Spaß mit kleineren Collect-Aufgaben („In drei Kilometern findest du ein Set Zombieimpfstoff, bring es zu uns in die Base!“). Und ja, so sehr ich Joggen beim Joggen hasse, diese Neuinterpretation von Jump’n Run-Games hat dafür gesorgt, dass ich, bingewatch-gewöhnt, einfach weiterlaufen und die nächste Folge hören wollte – ich muss doch wissen, was passiert, nachdem ich es in den radioaktiven Tunnel geschafft habe, der ins Nachbardorf führt…

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