Off late I think of Swansea.

Heute morgen stand ich im Schlafanzug in der Küche in Swansea und erschreckte meine Mitbewohnerin Ada zu Tode.  Ich hatte ein kleines bisschen vergessen meinen Mitbewohnerinnen Bescheid zu sagen, dass ich übers Wochenende an die Küste zurück komme. Ich versuchte es ihr zu erklären und begann prompt zu husten. Sie musterte mich von Kopf bis Fuß, schien sich unsicher, was sie zuerst fragen sollte und entschied sich dann für: „Whats’s up with your throat?“

Gute Frage und gleichzeitig einer der Gründe, warum ich endlich mal wieder aus Wales schreibe. 

Ich wollte ihr gern erklären, dass in London Smog-Warnung auf Notstufe fünf, lila oder einfach nur ganz, ganz schlimm herrscht. Dass ich seit Tagen deswegen fürchterlich huste. Und dass mich die Uni zu einem BBC-Event zur Trump’schen Amtseinführung eingeladen hat, um über Social-Media und Marketing zu sprechen. Dass ich darüber so stolz und ekstatisch war, dass ich einfach zu meiner Devil-wears-M&S-Chefin gestiefelt bin, ihr gesagt habe, dass ich Freitag nicht komme und stattdessen nach Wales gefahren bin.

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Stattdessen röchelte ich nur noch schlimmer, verschwand wie Will in Stranger Things ins Badezimmer, wo ich statt Schnecken nur Teile von Dieselmotoren ins Waschbecken hustete. Den Rest des Tages verbrachte ich am Strand um ein bisschen in Zauberberg-Manier durchzuatmen. London macht zur Zeit wirklich wenig Spaß. Auf Luft kann man halt so schwer verzichten – und das von mir halb Teilzeit-Veganerin.

Nun, abgesehen davon, dass ich viel zu wenig Zeit zum Schreiben finde und die Stadt in der letzten Woche zum Giftmoloch wurde – es ist schon immer noch nah dran am Idealzustand. Ich war seit Ewigkeiten mal wieder bei einem Sofar-Konzert in einem winzigen Kunstbox in Elephant&Castle. In der National Gallery and der V&A. In der British Library – um Himmels willen, warum hat mich vorher eigentlich niemand dazu verdonnert in die British Library zu gehen?

Trotzdem macht es einem die 9-5 Woche exklusive der täglich knapp dreistündigen An- und Abreise nicht wirklich leicht, mit allen Liebsten auf einer Wellenlänge zu bleiben. Ich komme viel zu selten dazu, auf Emails und Nachrichten zu antworten, vergesse Geburtstage und Skypedates und falle Abends um neun ins Bett, ohne auch nur an den Blog gedacht zu haben.

 

Spätestens wenn ich wieder zurück bin in Swansea, wenn das Semester wieder losgeht und die Geschichten zwischen Singleton Campus und den Uplands spielen, gibt es hier wieder mehr zu lesen. Was für ein schöner Ort das hier doch ist, habe ich mir heute gedacht. Und, als ich gestern die Tür aufgeschlossen habe: Gott, sinkt das immer noch nach toter Katze. 

 

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