Literature is the thing with crows. // Anstoß zur Masterarbeit.

Frisch aus St. Andrews zurück beginnt heute ziemlich offiziell meine Masterarbeits-Schreibzeit. Offiziell beutetet, dass ich drüber getwittert habe – Fakten muss man ja auch erst mal schaffen.

Letztes Jahr schrieb ich ein Essay zum Thema zum Thema “Is PR the same as propaganda?” und das ganze sollte garniert werden mit einem aktuellen Fallbeispiel. Da ich “nein” argumentierte und einen Beleg für clevere, unwahre Kommunikations-Fälle suchte, der mich auch noch privat interessierte. Ich landete bei Elena Ferrante, der anonym/pseudonymisiert schreibenden Autorin der Neapel-Serie rund um Meine geniale Freundin. Ich recherchierte in den kleineren Literaturskandal um ihre “Enttarnung” durch einen italienischen Journalisten herein und fand heraus, dass das ganze Spektakel zeitlich mit der Übernahme ihrer Bücher in die RandomHouse-Verlaggruppe übereinstimmt – die sich wiederrum sehr einsilbig im ganzen Medientrubel verhielten.

img_0144

Seitdem nerve ich meine PR-Dozentin mit wöchentlichen Updates rund um Marketing & Verlagswesen. Für meine Masterarbeit war mir dann völlig unverständlich, warum ich über irgendetwas anderes schreiben sollte, als über PR für Bücher – denn, mal am Rande gefragt, wie verkauft man eigentlich eine Idee? Was hat es mit diesen Zitaten anderer Autoren auf dem Buchrücken auf sich? Und sieht der Autor das Cover vor Verkaufsbeginn? Und warum klebt auf manchen Romanen am ersten Verkaufstag bereits ein Bestseller-Sticker?  Warum wird gute Belletristik auf die Backlist verschoben, zu Gunsten von 50Shades of Ich-bin-dann-mal-weg-Zeugs?

Die nächsten drei Monate stecke ich also bis zu den Kniekehlen in einer Suppe aus Literaturkritik, Buchbetrieb und Marketingtheorien. Außer im August, da stecke ich im Festival-Matsch. Bis dahin lese ich mich durch das fantastische Grief is the thing with feathers von Max Porter, Swallowing mercury von Violeta Greg und Spaceman of Bohemia von Jaroslav Kalfar – als aktuelle Fallbeispiele und neueste Lieblingsbücher.

Screen Shot 2017-04-29 at 13.31.33

Große Freude, vor allem für die lokalen Coffeeshops – für mich bleibt die seltsame Wehmut übrig, meine letzte, aller-, aller-, allerletzte Uni-Arbeit anzufangen.

 

 

 

9 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s