Die unerwartete Heilkraft von Zuckerwatte. // Part II

Der Tragödie zweiter Teil. Okay-ness. 

Momente, die man nicht vergisst. Das Spinning Jenny Karussel-Monstrum auf dem Summer Ball der Uni. Stehend in einem Hamsterrad kopfüber um die eigene Achse rasend, im Hitzewellen-Sonnenschein, unter dir der Singleton Park Campus. Panisch ekstatisch lachend.

Maybe eat AFTER you've been on this one?! 🎡🙊 #ssb17

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Zeitsprung rückwärts. Ich bringe hier die Tage durcheinander, aber das ist schon okay, weil es fürs Narrativ reicht. Es ist jedenfalls nicht lange her, dass Natasha, Stella und ich über Heuballen klettern, im Gras liegen, Uni-Cover Bands anhören, Charlie XCX hören und uns wundern. Und Achterbahn fahren, immer und immer wieder.

Erdanziehung ist genauso magisch heilsam wie Zuckerwatte. Ich musste erst kopfüber wirbeln, um  mich wieder glücklich zu fühlen. Durch die Sommerluft, die totale Unbeschwertheit, die seltsame Struktur, die nur frische Zuckerwatte hat. Fluffig, leicht, klebrig, süß. Wie die Luft an einem dieser unglaublich heißen Tage, die meinen Rücken verbrannt haben.

Ich bin kilometerweit gefahren. Im Dreieck durchs Königreich. Jetzt erst, ganz am Ende, als ich das Festivalband abschneide, kann ich ein kleines bisschen okay sein. Mit dem Studienende, dem Umzug, mit dem Gedanken an meine Mutter im Krankenhaus. Das heißt nicht das Ende aller Sorgen und allen Hoffens, dass es schnell wieder gut wird. Sondern die nach Cider schmeckende Überzeugung, dass es trotzdem glückliche und wilde Tage geben kann. Dass man sich selbst wieder spürt, nicht verlangsamt in grauem Schleier aus Panik und Anspannung vor den nächsten Nachrichten.

Die nächsten Nachrichten werden kommen. Und sie werden nicht immer rosig, sonnig sein und nach Sonnenmilch riechen. Aber sich nach Hand in Hand in Hand rückwärts auf eine Hüpfburg fallen lassen zu können und zu wissen, dass all das Adrenalin, Endorphin, all das hormonelle, ethanolisierte Glück nichtsdestowenigertrotzdem echt ist – das war eine unbestechliche Beweiskette, dass man okay sein darf ; kann  ist.

Momente, die man nicht vergisst: Natasha, Stella und ich im Uhrzeigersinn wieder und wieder auf einem Spinning Coaster, unter uns der Campus und tanzende Undergrad-Studenten. Es wird wieder, langsam. Sommerferien sind immer noch Sommerferien, unbeschwert, verantwortungslos im allerbesten Sinn, ausgelassen; adjektivüberladene Zuckerzeit.

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6 Kommentare

  1. Ja, man kann – man muss!- auch loslassen und sich freuen können, auch wenn es anderen nicht so gut geht.
    Als ich 1994 in Manchester war bekam ich die Nachricht, dass meine Mutter krank ist. Ich bin sofort zurück, war bei ihr. Sie hat sich gefreut und dann meinte sie, ich solle meinen Auslandsstation weiter machen. Ich war also noch mal zwei Monate weg in England und bei meiner Mutter ist alles wieder gut geworden. Bei deiner Mutter sicher auch.

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