Hot Scary Summer.

Die letzten Tage herrschte hier andächtige Stille, um den allerletzten Swansea-Post angemessen einsinken zu lassen. Ich habe in der Zeit hauptsächlich: gepuzzelt, indisch, thailändisch und japanisch gegessen, Cider getrunken und neue Schuhe für meinen allerallerersten Tag im neuen Job gekauft. Gearbeitet habe ich ja nebenbei schon eigentlich immer, für die Folkwang Uni, die Essener Uni, die Ruhrtriennale, die dpa und im Biosupermarkt äh Superbiomarkt, für Volcano Fridays und die Jugendseite der Westdeutschen Zeitung. Bei allen diesen Jobs habe ich mich cool und sicher gefühlt, in meinen jahresalten knallroten Doc Martens aufzutauchen, voller Festivalmatsch und der Erinnerung an den Tag, an dem meine Mutter sie mir gekauft hat und ich mir unsicher war, ob ich die Schuhe wirklich wollte, oder einfach nur wusste, dass sie sie heimlich cool fand.

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Seit Montag habe ich: eine ID Karte, einen FOB-Chip für die Tür, einen Schreibtisch, eine Emailadresse, fünf Kollegen in der Marketing Abteilung, 1% Gehalt gehen in ein Pensionskonto und noch ca. 11.023 Tage, an denen ich um 6.30 aufstehe und ins Büro gehe, bis ich sie reklamieren kann. Genug Zeit, vielleicht das eine oder andere gut oder besser zu machen. Und zwischendrin ein paar mal falsch abzubiegen.

Zur Erleichterung meines Opas bin ich mit meinem Abschluss in den Geisteswissenschaften nicht Taxifahrerin geworden. Zu seiner Verwirrung aber auch nicht die neue Susanne Daubner, was er sich immer unter meinem Berufswunsch Journalistin vorgestellt hat.

Stattdessen arbeite ich für Creative Support, eine UK-weite social care Charity, die Betreutes Wohnen, Gesellschaft und Beratung für jeden anbietet, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Senioren, Menschen mit allerhand Behinderungen, jugendliche Von-zu-Hause-Abhauer allerdings vorrangig. Für all die darf ich ab jetzt Social Media Konten betreuen, Pressearbeit machen, Filme, Werbebanner und die neue Homepage produzieren. Drei Vorstellungsgesprächsunrden hat es bis hier hin gebraucht und auch wenn ich unter all der Bürokratie, die mit der Stelle verbunden ist kaum noch Land sehe, freue ich mich in ruhigen Minuten noch sehr – morgens um 6.30 allerdings immer am wenigstens.

Abends falle ich immer noch in das typische Büro-Loch und gucke Orange is the new black, was ich zu seiner Primetime verpasst habe. Gerade ist das Manchester International Festival in der Stadt, das heißt, dass im nahegelegenen Castefields Basin jeden Abend Bands auftreten und durch ein Wunder der Akustik Gesang und Gitarren über das Wasser des Kanals bis auf unseren Balkon hochdringen. Lieblingsboyfriend kocht abends für uns, ich stehe von Fuß zu Fuß hüpfend vor meinem Kleiderschrank und am nächsten Morgen geht es wieder von vorne los. In neuen Doc Martens, übrigens, natürlich.

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Mehr mal wieder in Ruhe. Jetzt geht es weiter mit Alex und Piper, bitte keine Spoiler.

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