Let them eat Soy-Cake .

Wenn man Montags noch übers Wochenende bloggt und den Geschmack von veganen Pilztacos mit Knusperzwiebeln im Mund hat, ist die Arbeitswoche eigentlich nur vier Tage lang.

Ich lebe noch in dem süßen Stadium des konstanten Staunens und zuhause Urlaubens. Auf meinem Hemweg laufe ich an einer Jugendherberge vorbei, aus der Schulklassen drängen und vor der sich Hipstermädchens im Urlaub auf Instagram inszenieren. Ich bin vielleicht ein selbstinzenierendes Hipstermädchen auf Instagram, aber ich wohne auch da, wo andere Urlaub machen.  Gab mal eine selbstironische SchülerVZ Gruppe gleichen Namens – das war das Instagram meiner Jugend, Kinder.

Jedenfalls, wenn die lange Woche mit langen Arbeitstagen und auf-der-Couch-Dösen vorbei ist, und man brav seine 1000 Worte Masterarbeit fertig geschrieben hat, ist immer noch ein sonniger Sonntagnachmittag ueber. Lieblingsboyfriend und ich verbachten ihn im alten Industrie-Innenhof Mayfield und dem dort ansässigen veganen Streetfood Markt GRUB.

Es gab Hummushotdogs, Wassermelonensaft, Ingwer-Mizo-Aubergine, Hanf-Granatapfel-Tabouleh-Salat, Fritz-Cola & Löwenzahn-Klettenwurzel-Eis mit Elektromusik im Hintergrund.

Das klingt jetzt irgendwie subtil ironisch und polemisch überspitzt.

Aber ich sag ja, Manchesters Innenstadt ist wie Berlin & Hamburg in klein – voller Musik, Kunst und der typischen Hipster-Schwäche für Craft-Anything & bizarre Essenskombinationen.

Jedenfalls hingen liebevolle Regenschirmmännchen vom Himmel, die Sonne knallte auf den Staub der zwischen Industrieruinen, Holzpaletten und frittiertem Kokosöl aufstieg. Eine Grupppe von freiwilligen Helfern  des Manchester International Feswtivals mischte sich unter die Familien und Studenten-WGs  auf Sonntagspaziergang.

In Nordengland (unvergessen an dieser Stelle der Junge aus der 10a, der in einer Vorleserunde selbstbewusst von Norden-Gland sprach) gibt es selten durchgängig milde, sommerliche Julitage. Heute zum Beispiel hat sich friedlich zwischen sprühendem Nieselregen und Dauerplätschern eingeregnet.

Aber dass der schönste Tag der Woche auf den Sonntag mit all dem kulinarischen Spaß fiel, war schon ein Glücksfall. Das Sonntagskind vom Dienst (yours truly) sitzt jedenfalls wider am Schreibtisch, fragt sich, warum die Business Development-Kollegen nicht auf die Idee kommen, beim PR-Team nachzufragen, bevor sie Unsinn im Lokalradio erzählen und freut sich auf eine abendliche Underground-Theaterproduktion mit dem Titel  The marriage of Kim K. Habt eine schoene Woche und feiert den erfolgreich überlebten Montag mit einem Stueck karameliertem-Fenchel-Mousse-au-Soja-Chocolat.

4 Kommentare

  1. „karamelierte-Fenchel-Mousse-au-Soja-Chocolat“. ….. damit hat sich schon Schneewittchen ernährt, als alle noch glaubten, dass sie außer Äpfel nichts zu sich nähme. Auch kulinarische Marotten kehren immer wieder.
    Ein „big-book Buchtip“ zur kulinarischen Versüßung des Geistes (wobei du das Buch wahrscheinlich schon gelesen hast): Little life from Hanya Yanagihara.

    Liebe Grüße

    Achim

    Gefällt 1 Person

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