Auf der Suche nach….

….den verlorenen Metaphern?

Es waren ein paar wilde Monate seit dem letzten Post hier. Und weil mir die vielen vielen vielen Stunden, die seitdem dahingetröpfelt sind, die Sprache verschlagen haben, gab es auch auf Talk Welsh nicht viel zu lesen – umso mehr gefreut haben mich Kommentare, Mails und Posts, die Nachhören wollten, ob alles okay ist, tausendundein Dank dafür!

Es sind Herbst, Winter und Frühling vorbeigezogen, und mit ihnen kamen und gingen:

  • eine absolute Eskalation der Krankheitgeschichte meiner Mutter
  • zwei Umzüge, in denen meine Bücher mehr als 900 Kilometer Strecke gutmachen mussten
  • eine harsche, böse, schlimme Trennung
  • neue, alte, wilde, schöne Freunde
  • ein alter neuer Job
  • meine Abschlussfeier, mein 25. Geburtstag und Kurztrips nach Brüssel, Wales & London.

Und am Ende bin ich, wieder einmal Tocotronic zitierend, nur ich selbst, und wieder in einer zirkulierenden Schleife im Ruhrgebiet angekommen. Nur die Worte tun sich noch schwer.

Patti Smith schreibt in M-Train über einen Spaziergang in New York, vorbei am Flat Iron Building, vorbei am Café Dante, zur Serbisch-Orthodoxen Kathedrale und der Statue von Nikola Tesla, mit dem sie einen hinreißenden fiktiven Dialog führt:

T: Hvala! How can I serve you?

S: Oh, I’m just having trouble writing. I move back and forth from lethargy to agitation (…) I’m off balance, not sure what’s wrong.

T: You have misplaced joy, he said without hesitation. Without joy we are as dead.

S: How do I find it again?

T: 
Find those who have it and bathe in their perfection.

Wenn ich meine Hände schrumpelig sind vom in-Perfektion-Baden-um-Freude-zu-Finden, sage ich direkt Bescheid. Bis dahin, ein paar schöne Bilder der Momente, in denen ich der Sache trotz all des Horrors der letzten Monate sehr nahe war:

 

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Eröffnung des neuen Folkwang Campus auf Zeche Zollverein.
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Der magische Brüsseler Weihnachtsmarkt.
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Plätzchen Backen in der neuen WG.
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Mama & Ich & Weihnachten zu Hause & Wollsocken.
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Historischer Jahrmarkt in Bochum.
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Tocotronic – Die Unendlichkeit Tournee – Mein 25. Geburtstag.                                                              (Alles was ich immer wollte war Alles)
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Die Themse im Morgenlicht nach einer unendlichen Busfahrt.
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Natascha & Ich in: Terribly Excited im Sommer wieder zu Green Man zu fahren.
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Nacht über Thyssen.
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Wuppertaler Kindheits-Lokalkolorit.
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Wanderausflug mit der zauberhaften WG.

 

 

 

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anhora sagt:

    Was soll man da sagen? Ich wünsche dir alles Liebe und Gute, und vielleicht ruhigere Zeiten. Ich hoffe, deiner Mutter geht es gut. Herzlicher Gruß

    Gefällt 1 Person

    1. Emily J. sagt:

      Danke – auch der Sommerblues geht rum, versprochen, herzlich, E!

      Gefällt 1 Person

  2. Oh, she’s back :-))
    Vielleicht sind es wirklich nur die unerwarteten Turbulenzen, die uns, schlingernd noch, traurig machen. Aber auch reicher, an Gefühl und an Erfahrung sowieso. Irgendwie verorte ich dich immer noch in Swansea. Man nehme mir nicht diese bescheidene Nostalgie als Leser dieses Blogs, den ich im Übrigen überdeutlich vermisst habe. Aber keine Bange, wo immer es dich hinzieht, dir lesend zu folgen wird immer eine Freude bleiben.

    „Now as I was young and easy under the apple boughs
    About the lilting house and happy as the grass was green,
    The night above the dingle starry,
    Time let me hail and climb
    Golden in the heydays of his eyes,
    And honoured among wagons I was prince of the apple towns
    And once below a time I lordly had the trees and leaves
    Trail with daisies and barley
    Down the rivers of the windfall light.“

    Liebe Grüße

    Achim

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    1. Emily J. sagt:

      Danke danke schön! Fürs fröhliche Willkommen-Zurück, für die Lyrik und die Bestärkung – im Kopf bin ich auch meistens ins Swansea, this pretty shitty city was my world… Alles Liebe!

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  3. Liebe Emily,
    seit längerem komme ich mal wieder dazu deinen Blog zu lesen …und auch an meinem zu arbeiten. Ich habe mich jetzt durch ein paar deiner Einträge gewühlt und bin leicht geschockt – von den Paralleln in unserer Geschichte. Mein Papa ist letztes Jahr auch an Krebs erkrankt. Unheilbar. Diesen April musste ich Abschied von ihm nehmen.
    Und genau wie du brauchte ich eine Auszeit vom Online-Dasein. Denn nicht nur seine Krankheit nahm plötzlich mein halbes Leben ein, sondern auch Uni, Bewerbungen, Trips… Umso mehr haben mich nun auch deine Beiträge berührt. Du sprichst mir bei vielem aus der Seele.
    Ich hoffe so sehr, dass deine Geschichte ein besseres Ende hat als meins.
    Ganz liebe Grüße!

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    1. Emily J. sagt:

      Hey Du
      – oh, ich hab deinen Kommentar schon gestern Abend vor dem Einschlafen gelesen und wollte sofort antworten – aber musste dann doch erst mal noch drüber schlafen.

      Erst einmal tut es wir wahnsinnig leid zu hören, dass dein Papa und Du eine viel zu kurze Zeit zusammen hattet! Ich hoffe, du kannst unter der Trauer auch an viele schöne kleine skurrile Momente zurückdenken – das versuche ich mir zumindest immer zu sagen, wenn ich meine Mutter sehe, dass da unter der Krankheit noch ein Mensch und eine ganze Lebensgeschichte ist. Im Moment haben wir noch ein bisschen Zeit zusammen (magisch, verrückt, unerwartet) geschenkt bekommen und ich versuche irgendwie, das so bewusst wie möglich zu genießen.

      Ich denke so oft, dass wir viel zu jung sind, für diese großen Themen.

      Und, auch wenn wir uns beide sicherlich wünschen, dass wir es nicht sagen müssten, freut es mich zu lesen, dass dir die Posts ein bisschen geholfen haben – ich denke so oft, dass es ja nicht nur die Sorge und der Horror und irgendwann die Trauer ist, sondern eben auch der Alltag, Freunde, Liebe, Job & Fristen, die über die Klippe fallen. Damit klarzukommen ist furchtbar hart, und nichts hätte mich darauf vorbereiten können.

      Vielen vielen Dank für den emotionalen Kommentar, ich denke an dich & deinen Papa. Und ich hoffe, dass du irgendwann den Spaß am Reisen, am Studieren, am einfach-mal-ein-Bier-mit-Freunden-Trinken wieder findest. Alles alles Liebe!

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