I will pour whisky on your grave.

Meine Mutter ist Samstagnacht verstorben.

Ich versuche mich an die Welt ohne sie gewöhnen; aber es fühlt sich an, als müsste ich eine der vier Grundfarben vergessen. Oder das Eiswasser am Boden des Kühlschranks trinken.

Ich starre auf ihren Namen in der Kurzwahlliste im Handy und will anrufen, drei, vier, fünf Mal am Tag.

„Huhu, nah, wie geht’s dir jetzt? Erzähl mal. Bitte. Sag mir, ob du glücklich bist, sag mir, ob du noch Schmerzen hast. Sag mir, ob dir die Todesanzeige gefallen würde. Sag mir noch einmal, dass du mich lieb hast, ein Mal. Bitte geh dran, bitte.“

37 Antworten auf “I will pour whisky on your grave.”

    1. Liebe Emily,

      als ich das mit dem Kalender las und dass du immer weinst, wenn du an die Zuwendungen denkst, kam da ein Gedanke hoch. Du hast etwas gehen lassen müssen, was du sehr liebst und nun bekommst du ganz viel Liebe von anderen Menschen, damit du den Lebensmut nicht verlierst und fühlst, dass es da noch viel, viel mehr Liebe in deinem Leben für dich gibt.
      Auch denke ich, da Liebe nicht stirbt, dass die ganze Liebe deiner Mutter nun in und durch dich weiter wirkt. Irgendwann wirst du das auch fühlen können. Wahrscheinlich ab dem Augenblick, wo du wieder lächelst, wenn du an deine Mutter denkst und all das Schöne und Einzigartige Eures gemeinsamen Erlebens mit stiller Freude erinnerst. Möge dieser Moment schon in deiner Nähe weilen.

      Fühl dich bitte an dieser Stelle noch einmal still umarmt

      Luxus

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  1. Liebe Emily, es tut mir so Leid … Für die Unabänderlichkeit des Todes gibt es wenig Trost, jedenfalls nicht im Moment. Erst wenn du merkst, dass du deine Mutter weiterhin spürst, wirst du entdecken, dass sie gar nicht so weit weg ist. Ich drück dich.

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  2. Ich steh am Bahnhof Wittenbergplatz mitten in Berlin mit Tränen in den Augen. Ich kenn dich nicht und kannte deine Mutter nicht aber ich habe eine und kann daher fühlen – für mich und mit dir. Neulich starb ein Freund meines Mannes und er meinte, dass schlimmste für ihn war, die telefonnummer zu sehen und dann zu löschen, die nirgendwo mehr hinführt! Ich wünsche dir Zeit zum trauern und Kraft für den einzelnen Tag!

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    1. Oh my dear; ich weine auch des öfteren im Nahverkehr dieser Tage. Tatsächlich finde ich den Verlust dieser kleinen Rituale (Mama anrufen; Mama eine Postkarte schreiben)… völlig unfassbar – auf ihren Tod war ich lange vorbereitet, aber diese sehr realen Lücken im Alltag sind einfach brutal.
      Danke dir für deine Worte ❤

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  3. Weine, weine, weine Tränen, liebe Emily. Später wirst Du wissen, was sie bedeuten.
    Und aufrichtigen Dank für das Lied, weil, wir sind doch auch ergriffen, und das, das gibt mir jetzt Boden. Ich kann es auch nicht erklären. Doch – mir ist es zum Mittrauern zumute, aber ich habe noch schwere Altlasten zu tragen. Ich kann keine Tränen vergießen, wenn einer meiner nahen Mitmenschen oder ein Lebewesen um mich stirbt. Nur bei entfernteren Sterbefällen, ja, eher nur bei Tieren, da fließt schon einmal das eine oder andere Tränchen. Und jetzt muß ich leben mit diesem aufgestauten, schmerzhaften Druck auf meiner Seele, weil mir keine Befreiung möglich ist.
    Einen Logenplatz erster Klasse hat Deine Mutter jetzt dort oben, und sie kann Tag und Nacht bei Dir sein, wann immer Du Dich nach ihr sehnst. Wunderbar aber: Sie hat jetzt Verständnis für alle menschlichen Unzulänglichkeiten, auch für ihre eigenen aus ihrem Leben und für Eure, die Ihr sie umgeben habt und es weiterhin werdet.
    Und nun möchte ich noch sämtliche Anteil nehmenden Mitteilungen oberhalb sowie Deinen aktuellen Beitrag nachlesen. Mein aufrichtiges Mitgefühl an Dich, Deine edith.
    Du wirst die Kraft erhalten, die brauchst, um mit Dir zufrieden weiterhin voranzukommen.

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  4. Oh, nein! Das tut mir so leid!!! Ich weiß, wir sind Fremde füreinander und dass ich nichts schreiben kann, das dir jetzt wirklich hilft. Aber ich denke an meine eigene Mama und die Verlustangst lässt mich ahnen, wie schlecht es dir geht. Ich hoff, dass es bald besser wird und du Menschen um dich hast, die dir durch diese schreckliche Zeit helfen. Fühl dich gedrückt! Corinna

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